Was sind Grounding Queries und warum sind sie revolutionär?
Im Zentrum der neuen Einblicke stehen sogenannte "Grounding Queries". Dabei handelt es sich um Suchanfragen, die LLMs wie der Copilot von Bing oder Bing Chat selbst generieren, um sich mit aktuellen Informationen zu versorgen, bevor sie Nutzern antworten. Im Unterschied zu den echten Suchanfragen von Menschen sind Grounding Queries also KI-generiert und spiegeln wider, wie LLMs Verbindungen zwischen deinem Content und bestimmten Themen herstellen.
Die Bedeutung dieser Grounding Queries ist enorm, weil sie einen direkten Hinweis darauf liefern, wie dein Unternehmen oder deine Marke in der Welt der Künstlichen Intelligenz wahrgenommen wird. Insbesondere bei neueren oder mehrdeutigen Begriffen kann das dazu führen, dass Inhalte von dir falsch oder zumindest nicht beabsichtigt zugeordnet werden.
Beispiel: Das Dilemma um „GEO“ und semantische Unsicherheiten
Nehmen wir ein konkretes Szenario: Deine Website behandelt das Thema „GEO Testing“. Früher stand das fast immer für geographisches Targeting und Lokalisierung. Neuerdings taucht „GEO“ jedoch als Kürzel für generative Engine Optimization in der KI- und SEO-Szene auf. Wenn jetzt ein LLM wie Bing Copilot versucht, Informationen zu „GEO Testing Methodology“ zusammenzustellen, fehlt im Internet bislang häufig der neue Kontext.
Das Problem: KI-Modelle greifen dann instinktiv auf die ältere, breiter im Web vertretene Bedeutung zurück. Die Folge ist, dass vielleicht ein alter Blogbeitrag zu PPC-Geo-Targeting plötzlich genauso häufig zitiert wird wie eine High-Intent-Seite zum aktuellen „GEO“-Thema. Deine eigentliche Expertise bleibt möglicherweise verborgen, weil der Kontext nicht eindeutig ist.
Was verrät dir das über die Schwächen von LLMs im Umgang mit Semantik?
Gerade in schnell wachsenden, sich wandelnden Branchen ist das fatal: LLMs können innovative Begriffe oder neue Bedeutungen oft nicht korrekt zuordnen. Sie sind darauf angewiesen, wie gut sie mit vorhandenen Daten und klaren Zusammenhängen gefüttert werden. Fehlen diese, macht die KI Annahmen – nicht immer im Sinne der Absender*innen.
Dieser Mechanismus gilt für nahezu jede Marke und jedes Unternehmen, das in technologiegetriebenen oder sich entwickelnden Fachgebieten unterwegs ist. Wenn der Rest des Internets die neue Bedeutung noch nicht aufgenommen hat, verlässt sich die KI auf das Bekannte und referenziert eher ältere, vielleicht nicht mehr ganz passende Inhalte. Für dich kann das zur Folge haben, dass du mit deinen Spezifika und frischen Perspektiven vom LLM schlichtweg übersehen wirst.
So findest und interpretierst du Grounding Queries in Bing Webmaster Tools
Bing Webmaster Tools bietet mit dem „AI Performance“-Report erstmals die Möglichkeit, diese KI-generierten Anfragen zu überwachen. Im Beta-Stadium, aber schon jetzt bahnbrechend, kannst du erkennen, welche Seiten deiner Website das Modell für welche Suchintentionen heranzieht.
Stelle sicher, dass du im Bereich „AI Performance“ die Anzeigeoption „Grounding Queries“ auswählst. Suche gezielt nach Begriffen, die entweder ambivalent sind oder gerade erst in deiner Branche an Bedeutung gewinnen. Analysiere anschließend, welche deiner Seiten für diese Such-Intentionen von der KI zitiert werden.
So siehst du auf einen Blick, ob die für dich wichtige Landingpage tatsächlich als relevant erkannt wird. Oder ob stattdessen ältere, weniger passende Inhalte für neue Anfragen herangezogen werden, was zumeist ein Zeichen für schwache semantische Zuordnung oder fehlende Kontexttiefe ist.
Handlungsmöglichkeiten: Was tun, wenn das LLM die falsche Seite wählt?
Die gewonnenen Erkenntnisse bringen dich unmittelbar ins Handeln. Sollte das LLM beständig auf veraltete, wenig gezielte Seiten verweisen, prüfe zunächst, ob deine neue, eigentlich relevante Seite die richtigen Begriffe und Phrasen enthält, die die KI benötigt, um sie korrekt einzusortieren.
Oft fehlen einfach die exakten Formulierungen oder das nötige Maß an interner Verlinkung, das der KI die semantischen Zusammenhänge verdeutlicht. Erweitere also deine Hauptseiten um die aktuellen Schlagworte, sorge für gezielte interne Links und mache in Metadaten sowie Überschriften klar, worum es geht.
In manchen Fällen erkennst du auch: Die richtige Seite ist schlichtweg nicht vorhanden. Hier solltest du nicht zögern, gezielt eine neue Landingpage zu erstellen, die exakt die neue Intention und die neuen Begriffe abdeckt. Häufig ergibt sich daraus sogar ein Wettbewerbsvorteil, solange KI-Systeme und Wettbewerber den neuen Trend noch nicht erkannt haben.
Was bedeutet das für deine Content-Strategie?
Die semantische Präzision deiner Inhalte wird im Zeitalter der KI immer wichtiger. Tests mit Grounding Query Daten zeigen, dass LLMs oft noch Mühe haben, sich entwickelnde Branchen-Terminologien korrekt zu verarbeiten. Du kannst diesen Umstand gezielt nutzen, indem du proaktiv Inhalte aktualisierst, Metadaten anpasst und interne Verlinkung stärkst.
Damit erreichst du, dass KIs – ob Bing, Copilot oder andere – deine Seiten in ihren Antworten als maßgebliche Quelle heranziehen. Überwache regelmäßig, welche Seiten für welche Anfragen zitiert werden, und erkenne rechtzeitig, ob Legacy-Inhalte (also eigentlich veraltete Seiten) deine aktuelle Positionierung gefährden. Durch sukzessives Optimieren deiner Website entsteht ein stimmiges, KI-freundliches Content-Ökosystem.
Relevanz für Unternehmen jenseits von „GEO“ und Co.
Bing Webmaster Tools eröffnet mit seinen Grounding Query-Analysen einen ganz neuen Kontrollraum für alle, die mit dynamischen Begriffen, Produkten oder Methoden an der Schnittstelle zur KI arbeiten. Die gewonnenen Erkenntnisse reichen weit über ein einzelnes Begriffsfeld hinaus.
Immer dann, wenn neue Technologien und Prozesse entstehen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Künstliche Intelligenz dir nicht sofort folgen kann. Mit gezielten Analysen und Anpassungen im Content Management sicherst du dir die begehrte Top-Position als erste oder beste Quelle – und verhinderst, dass deine Marke veraltet oder falsch präsentiert wird.
Es ist erstaunlich, wie schnell sich mit den gewonnenen Analysen praktische Lösungen ableiten lassen: Sei es durch gezieltes Anpassen von Metadaten und Headlines, die Erstellung neuer, klar ausgerichteter Seiten oder den strategischen Ausbau interner Verlinkungsstrukturen. All das trägt dazu bei, dass du nicht nur für Nutzer*innen, sondern auch für die LLM-KI von Bing und Co. die richtige Referenz bist.
Fazit: Von der Unsichtbarkeit zur KI-Relevanz
Die Nutzung von Bing Webmaster Tools und insbesondere der Grounding Query-Daten ist eine neue Disziplin im digitalen Marketing und ein echter Gamechanger. Du bekommst ein Werkzeug an die Hand, um Missverständnisse seitens der KI rechtzeitig zu entdecken und gezielt zu beseitigen.
Dein Ziel sollte es sein, frühzeitig zu erkennen, ob neue Begriffe, Prozesse oder Markenbotschaften klar verständlich abgebildet sind – nicht nur für menschliche Besucher, sondern genauso aus Sicht aktueller LLMs. Mit gezielten Optimierungen bleiben Inhalte relevant, sichtbar und zukunftssicher. Die Konkurrenz wird in vielen Fällen erst deutlich später reagieren. In dieser Lücke liegt deine Chance.